Schaben sind nachtaktiv und meiden Licht. Die Tiere, die man beim Einschalten der Küchenlampe sieht, sind nur ein kleiner Teil der Population, und ihre Zahl sagt kaum etwas darüber, wo sie leben. Genau diese Lücke schließt die Kontrollfalle.
Sie besteht aus einer einfachen Leimplatte oder einem kleinen Karton-Unterschlupf mit Klebefläche, manchmal mit Futterlockstoff. Sie soll keinen Befall beseitigen, sondern ihn messen und orten. Im Repère-Protokoll kommt sie zweimal zum Einsatz: beim Aufspüren der Herde und beim Kontrollieren der Wirkung. So lesen Sie sie.
Wohin damit
Schaben laufen an Kanten und Wänden entlang. Eine Falle mitten im Raum fängt wenig. Stellen Sie sie besser:
- an Wände und in Ecken, mit der Öffnung in Laufrichtung;
- unter die Spüle, hinten in den Schrank;
- hinter oder neben Geräte: Kühlschrank, Geschirrspüler, Herd, Kaffeemaschine;
- an Rohrdurchführungen und Versorgungsschächte;
- ins Bad, an den Fuß des Waschbeckens oder der Wannenverkleidung;
- in Schlaf- oder Wohnzimmer, wenn Sie dort ein Tier gesehen haben.
Schreiben Sie auf jede Falle Datum und Standort (etwa „unter Spüle, 12.11.“). Fotografieren Sie einen Grundriss Ihrer Wohnung mit nummerierten Fallen: Erst das macht die Auswertung aussagekräftig.
Wie lange liegen lassen
Bei hoher Aktivität reichen manchmal ein, zwei Nächte. Für eine erste verlässliche Auswertung rechnen Sie mit mehreren Nächten, ohne die Fallen zu verschieben. Danach bleiben sie liegen und werden regelmäßig kontrolliert. Ersetzen Sie eine Falle, sobald die Klebefläche voller Insekten oder Staub ist: Dann fängt sie nicht mehr.
Einen Fang deuten
Entscheidend ist nicht nur die Zahl der Tiere, sondern welche gefangen wurden und wo.
| Was Sie sehen | Was es bedeutet | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Nichts nach mehreren Nächten | Keine Aktivität an dieser Stelle oder Falle schlecht platziert | An eine andere Wand stellen, nahe einer Wärmequelle |
| Einige Adulte, keine Larven | Durchziehende Tiere oder beginnender Befall | Weiter beobachten, Herkunft suchen |
| Larven (klein, ohne Flügel) | Vermehrung vor Ort: Ein Herd ist nah | Inspektion rund um diese Falle konzentrieren |
| Ein Weibchen mit Oothek | Aktive Vermehrung | Den angrenzenden Bereich ohne Aufschub behandeln |
| Eine Falle fängt viel mehr als die anderen | Gefälle: Der Herd liegt auf dieser Seite | Die nächstgelegenen Verstecke untersuchen |
| Eine unerwartete Art | Andere Herkunft (Leitungsnetze, Gemeinschaftsflächen) | Bestimmen lassen, siehe unseren Artikel zu den Arten |
| Mehr Fänge direkt nach der Behandlung | Geschwächte Tiere kommen heraus | Normal, bei der nächsten Auswertung bestätigen |
| Gleich viele oder mehr Fänge bei der Kontrolle | Aktivität besteht weiter | Behandlung beim Kontrollbesuch anpassen |
Larven, kleiner und flügellos, sind der wertvollste Hinweis: Sie wandern nicht weit. Sitzen sie auf einer Falle, ist der Herd ganz in der Nähe. Unser Artikel zum Erkennen der Schabenart hilft, ein gefangenes adultes Tier einzuordnen.
Erwachsene Deutsche Schabe zum Vergleich mit den gefangenen Tieren
Was eine Falle nicht verrät
Kontrollfallen haben Grenzen, und die sollte man kennen.
- Kein Fang heißt nicht keine Schaben. Eine schlecht platzierte, verstaubte oder zu offen stehende Falle bleibt leer.
- Sie ersetzt keine Inspektion. Sie zeigt eine Richtung; das Versteck findet die Inspektion mit der Lampe.
- Sie behandelt nicht. Selbst voll fängt sie nur einen Bruchteil der Population. Mehr Fallen lösen keinen etablierten Befall.
- Eine verschobene Falle verfälscht den Vergleich. Um den Verlauf zu verfolgen, muss der Standort von Auswertung zu Auswertung gleich bleiben.
Die Kontrollfalle im Repère-Protokoll
- Aufspüren: Der Techniker stellt nummerierte Kontrollfallen auf und trägt sie ergänzend zur Inspektion in die Karte der Herde ein.
- Behandeln: Die Behandlung (Ködergel in Punkten, Wachstumsregulator, punktuelles Sprühen oder Trockendampf je nach Fall) zielt auf die Zonen, in denen Fänge und Inspektion übereinstimmen.
- Kontrollieren: Beim Kontrollbesuch werden dieselben Fallen ausgewertet und verglichen. Ihr Verlauf bestimmt eine mögliche Anpassung.
- Vorbeugen: Die Fallen bleiben nach dem Einsatz stehen. Sie ermöglichen aktive Wachsamkeit: Ein neuer Fang fällt früh auf.
Sie können vor unserem Besuch eigene Klebefallen zur Kontrolle aufstellen; zeigen Sie sie dem Techniker, das spart ihm Zeit.
Mit einem Techniker Bilanz ziehen
Zeigen Ihre Fallen Larven oder regelmäßige Fänge, beginnt die Schabenbekämpfung mit einer vollständigen Inspektion. Für Restaurants, Geschäfte oder Mehrfamilienhäuser lässt sich die regelmäßige Auswertung der Fallen in einen Vigilanz-Vertrag oder einen Jahresvertrag aufnehmen. Die Preise stehen auf der Seite Tarife, gebucht wird online.
FAQ
Reichen Klebefallen aus, um Schaben loszuwerden?
Nein. Eine Klebefalle fängt nur einen kleinen Teil der Population, und die versteckten Schaben vermehren sich weiter. Ihre Aufgabe ist es, Herde zu orten und den Verlauf zu verfolgen. Beseitigt werden Schaben durch eine gezielte Behandlung der Verstecke und einen anschließenden Kontrollbesuch.
Was bedeuten kleine Schaben ohne Flügel auf einer Falle?
Mit großer Wahrscheinlichkeit sind es Larven. Sie bewegen sich wenig, ihr Fund bedeutet also, dass sich Schaben ganz in der Nähe der Falle vermehren. Das zeigt, dass sich ein Herd in unmittelbarer Umgebung festgesetzt hat und die Inspektion sich dort konzentrieren sollte.
Wie viele Kontrollfallen braucht eine Wohnung?
Eine feste Zahl gibt es nicht: Man stellt eine pro Verdachtsstelle auf. In einer Wohnung heißt das meist unter der Spüle, am Kühlschrank, am Herd oder Geschirrspüler und im Bad, dazu in jedem Raum, in dem ein Tier gesehen wurde.
Erst die Quelle finden, dann behandeln.
Aufspüren, Behandeln, Kontrollieren, Vorbeugen: das Repère-Protokoll für Ihre Wohnung oder Ihr Geschäft, überall in der Île-de-France.