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Schädlingsratgeber · 01/09

Wanderratte: das Tier und seine Laufwege erkennen

Sie lebt unter Straßenniveau, nimmt immer dieselben Wege und misstraut allem Neuen.

Wanderratte

Ratgeber 01

Rattus norvegicus

Das Wichtigste

Die Wanderratte (Rattus norvegicus) misst ohne Schwanz 20 bis 28 cm. Sie lebt am Boden und darunter: Keller, Innenhöfe, Kanalisation, Kriechkeller. Über ihren Urin kann sie Leptospirose übertragen, und sie zernagt Kabel. Wir bekämpfen sie mit gesicherten Köderstationen und dichten anschließend die genutzten Durchgänge ab.

Die Wanderratte ist ein Tier der Leitungsnetze. Sie steigt über Rohre aus der Kanalisation auf, kommt durch schlecht gesicherte Kellerfenster oder Schächte und gräbt Baue in Höfen und Grünflächen. Eine Öffnung von der Größe einer Münze genügt ihr.

Neuen Gegenständen gegenüber ist sie misstrauisch und meidet Fallen oder Köder oft in den ersten Tagen. Bevor wir etwas aufstellen, erfassen wir daher ihre festen Laufwege, Wasserstellen und Futterquellen: Genau dort muss die Behandlung ansetzen.

So bemerken Sie Wanderratten

  1. 1Spindelförmiger Kot von 1–2 cm, oft gehäuft entlang einer Wand.
  2. 2Dunkler, fettiger Streifen am Wandfuß und an Ecken, wo das Fell bei jedem Durchgang reibt.
  3. 3Baueingänge am Fuß von Mauern, unter Platten oder in Beeten, mit frisch aufgeworfener Erde.
  4. 4Angenagte Säcke, Türen oder Leitungen; nächtliches Huschen in Vorsatzschalen oder Zwischendecken.

Belastungsgrad

Orientierungswert unserer Techniker, von 1 (mäßig) bis 5 (hoch).

Gesundheit
5/5
Schäden
5/5
Vermehrung
4/5

Warum handeln

  • Leptospirose: Das Bakterium wird mit dem Urin ausgeschieden und überlebt in Wasser und feuchtem Boden. Fälle sind in Frankreich seit 2023 meldepflichtig.
  • Lebensmittel und Oberflächen, die durch Urin und Kot verunreinigt werden.
  • Zernagte Kabel und Leitungen: Ausfälle, Kurzschlüsse, Brandgefahr.
  • Schnelle Vermehrung: Ein Weibchen kann schon nach wenigen Monaten mehrere Würfe im Jahr haben.
Repère-Protokoll

Unser Einsatz in vier Phasen

  1. 01

    Aufspüren

    Aufspüren: Erfassung von Kot, Schmierspuren und Bauen, Kontrolle von Schächten und Leitungen, Plan der Zugänge und Laufwege.

  2. 02

    Behandeln

    Behandeln: Rattenbekämpfung mit gesicherten, befestigten und nummerierten Köderstationen mit zugelassenem Rodentizid; Schlagfallen dort, wo Köder fehl am Platz sind.

  3. 03

    Kontrollieren

    Kontrollieren: im Protokoll vorgesehener Kontrollbesuch, Köderaufnahme je Station, Stationen versetzen oder ergänzen, falls weiter Aktivität besteht, Köder zum Abschluss entfernen.

  4. 04

    Vorbeugen

    Vorbeugen: Löcher verschließen (Stahlwolle und Mörtel), Gitter vor Kellerfenstern, Türbürsten, Fotobericht und Tipps für aktive Wachsamkeit.

Gute Gewohnheiten im Alltag

Was Sie tun können, um das Risiko eines neuen Befalls zu senken.

  • Mülltonnen mit Deckel verwenden und nie Säcke auf den Boden stellen.
  • Tauben oder streunende Katzen im Hof nicht füttern.
  • Kellerfenster und Lüftungen mit engmaschigem Gitter (unter 1 cm) versehen.
  • Keller und Technikräume entrümpeln: weniger Gerümpel, weniger Verstecke.

Ihre Fragen

Woran unterscheide ich Ratte und Maus?

Meist am Kot: 1–2 cm bei der Ratte, wenige Millimeter bei der Maus. Die Wanderratte hat einen massigen Kopf und kurze Ohren; die Maus ist zierlich, mit großen Ohren und einem Schwanz so lang wie der Körper.

Besteht Gefahr für meinen Hund oder meine Katze?

Die Köder liegen in geschlossenen, befestigten Stationen, die Kinder und Haustiere nicht öffnen können. Wenn Sie dennoch vermuten, dass Ihr Tier Rattengift gefressen hat, rufen Sie sofort einen Tierarzt: Es gibt ein Gegenmittel.

Warum kommen Ratten nach einer Behandlung manchmal zurück?

Meist, weil ein Durchgang offen geblieben ist und andere Ratten aus dem Netz nachrücken. Deshalb endet das Repère-Protokoll mit dem Verschließen der zu Beginn erfassten Zugänge.

Wanderratten in Ihrer Wohnung oder Ihrem Geschäft?

Wohnung, Haus, Restaurant, Laden oder Büro: Bruttopreis vor der Buchung, 2-Stunden-Fenster, Fotobericht am selben Tag und Tipps gegen erneuten Befall.